Im Rhythmus des Lebens
In der Natur gibt es viele Rhythmen wie Tag und Nacht, Sommer und Winter, Werden und Vergehen. Alles auf unserem Planeten unterliegt diesem Pendeln zwischen den gegensätzlichen Polen. Die chinesische Philosophie gab diesem Gesetz Ausdruck im Yin-Yang-Symbol: der eine Pol lebt nicht ohne den anderen, der eine birgt bereits den Ursprung des anderen.
Unser Zeitgeist möchte uns gerne etwas anderes vorgaukeln: er verherrlicht in großem Umfang den Pol des Yang, dem das Aktive und nach außen gerichtete zugeordnet wird. Power, Leistung, ewige Jugend, Fitness und Energie sind gefragt – und dafür muß man ganz schön was tun – andauernd!
Aber ohne den Gegenpol des Yin, das Passive und Empfangende, zu achten, brennen wir uns auf Dauer aus: erst kommt der Streß, dann das Erschöpfungssyndrom! Wir beuten uns – und unsere Erde – aus.
Wenn wir über längere Strecken unsere Grundbedingungen nicht beherzigen, wird die Gegenkraft uns früher oder später bremsen. Und das leider oft durch Krankheiten.
Unser vegetatives Nervensystem besteht aus zwei Gegenspielern: dem Sympathikus, der in der aktiven Phase die Führung innehat, und dem Parasympathikus, der in unseren Ruhephasen Vorrang hat. Der Sympathikus ist für körperliche und auch geistige Leistung zuständig: der Herzschlag wird beschleunigt, der Blutdruck auf Leistungsbereitschaft eingestellt, die Wahrnehmung ist mehr auf das Sehen nach Außen gerichtet.
Ist der Parasympathikus dagegen eingeschaltet, so stehen Essen, Verdauen und Schlafen im Vordergrund. Es ist quasi mehr die Zeit des Innenlebens.
Im Laufe eines Tages brauchen wir nach etwa 4 Stunden Aktivität möglichst 20 Minuten Pause, damit das Nervensystem wenigstens einmal kurz für eine Weile umschalten kann. Das ist die Empfehlung für eine Mittagspause.
Das vegetative heißt auch autonomes Nervensystem; dieser Name zeigt noch deutlicher, dass es nicht unserem Willen unterworfen ist: es schaltet gemäß den inneren Uhren. So werden wir zu bestimmten Zeiten hungrig oder müde, oder wachen sonntags automatisch in aller Frühe auf, als ob wir den Wecker verschluckt hätten.
Stärken wir den inneren Rhythmus, indem wir ihm regelmäßig unsere Lebensweise anpassen, so beugen wir vielerlei Schlaf-, Herz- und Verdauungsstörungen vor.
Wer aber seine Ruhephasen achtlos übergeht, der macht es sich meist selber zunehmend schwerer zu entspannen. Wieviele haben das schon erlebt: viel gearbeitet, und dann nicht mehr schlafen können, oder: endlich Urlaub, und dann erst mal krank, oder so reizbar und ärgerlich, weil mit der Ruhe soviel unverarbeitetes gleichzeitig hochkommt, dass man sich schleunigst mit all seinen Lieben streiten muß!
Von australischen Aborigines gibt es die Aussage, das es in jeder Gesellschaft als Ausgleich zu den „Machern“ viele „Träumer“ geben muß, damit das gesellschaftliche System und auch der einzelne gesund bleiben können. Tatsächlich können wir im Kleinen wie im Großen beobachten, dass das Leben immer wieder einen Ausgleich zwischen den Polen anstrebt. Da ist Widerstand zwecklos.
Wie können wir uns einfach "zurückschalten" zum eigenen Rhythmus? Eine Möglichkeit ist es zum Beispiel in die Natur zu gehen, alleine schon das Gehen bringt eine Synchronisation unserer Grundrhythmen, ebenso können Singen, Baden, Schwimmen, Zeit mit Tieren... helfen.
Legen Sie die Uhr eine Weile beiseite, entziehen Sie sich der beengenden
Herrschaft der tickenden Zeit und der dazugehörigen Gedanken, und dehnen Sie sich im Jetzt aus, weiten Sie Ihr Herz, Ihre Brust und Ihr Bewußtsein, Ihren inneren Raum.
Naturheilpraxis Katharina Zeitz


