Lebergesundheit

„Müdigkeit ist der Schrei der Leber“

so lautete ein Standardsatz unserer alten Physiologielehrerin, um uns die wesentlichen Zusammenhänge der menschlichen Körperfunktionen einzutrichtern.

Unsere Sprache hat viele deutliche Worte und Redewendungen über die Leber, die unsere größte Körperdrüse mit vielen lebenswichtigen Aufgaben ist: sie produziert den bitteren Verdauungssaft Galle, verstoffwechselt unsere Nahrung und ist Entgiftungszentrale No. 1. Unser Wohlbefinden steht in engem Zusammenhang mit ihren biochemischen Vorgängen.

Ach, dem ist grade mal wieder eine Laus über die Leber gelaufen!“ – so die Worte über einen explodierenden Zeitgenossen, der rechthaberisch und unflexibel a lá HB-Männchen seine Power verpufft. Er ist auch als Choleriker bekannt, der Typ mit der gelben Galle.

Man kann auch „grün vor Neid“ oder „gelb vor Eifersucht“ sein, ein „galliger Typ“, dem ein Kräuterbitter bestimmt immer wieder helfen würde. Wenn sich der Jähzorn dann noch steigert, so „spuckt man Gift und Galle“ und vor unserem geistigen Auge entsteht ein feuerspeiender Drache.

Bis wir an dieser Stelle sind, hat sich schon lange und viel Wut angestaut, vielleicht haben wir uns schon manchesmal „beschwert“, aber wir konnten es nicht loslassen und waren nachher nicht erleichtert.

Die niederen Emotionen von Wut, Neid und Haß können uns Menschen doch sehr blockieren und zu Groll und Bitterkeit führen. Eine Patientin zeigte mir einmal ihren dicken, herausoperierten Gallenstein und sagte: „Mein Stein heißt (- und hier nannte sie den Namen ihres schwierigen Ex-Gatten -) und ich habe mich von ihm getrennt!“ .. – auch eine Lösung.

Leberprobleme mahnen uns, unsere Probleme wirklich zu verdauen, kreativ und flexibel neue Wege zu beschreiten und uns wieder für die Freude zu öffnen.

Probleme mit Alkohol ersäufen oder mit Völlerei zustopfen zu wollen, wird die Leber weiter belasten und uns auf Dauer nur erhöhte Leberwerte bescheren. Später würde uns das dann wahrscheinlich mit Melancholie erfüllen, was auf Deutsch schwarze Galle heißt, und es würde uns die Welt Grau in Grau erscheinen lassen, und im ganzen würden wir uns wohl eher schwer, müde und träge durch den Tag schleppen.

Seine Leber wieder auf Vordermann zu bringen heißt neuen Schwung ins Leben einzulassen. Gerade alle bitteren Kräuter helfen uns dabei: Schöllkraut, Angelikawurzel, Mariendistel, Wermut... ob als Tee, Tropfen oder Dragees, unterstützen die Leberfunktionen und bringen die Galle in Fluß. Besonders beim Fasten hat die Leber eine Chance, ihre „Altlasten“ endlich einmal aufzuräumen, und die Leberkräuter unterstützen sie prächtig.

Kaltgepresste, ungehärtete Pflanzenöle regen ebenfalls den Gallefluß an und sind unserer Gesundheit sehr förderlich. Bitterer Grapefruitsaft, verquirlt mit nativem Olivenöl, bewirkt einen wahren Galleausstoß. Unter fachkundiger Anleitung kann man auf diese Art sogar nach einem bestimmten Rezept Lebergänge und Gallenblase von Gallengries und kleinen Steinen befreien.(N.b.: Leberreinigung nach Dr. Hulda Clark).Auch ein feuchtwarmer Leberwickel steigert die Entgiftung erheblich.

Ganz besonders bei Leberbelastungen können wir unmittelbar wahrnehmen, wie körperliches und seelisches Befinden Hand in Hand gehen.

Auf zu neuen Ufern!