Fieber

Von Natur aus gesund: Fieber

Gesundheit ist viel mehr, als frei zu sein von störenden Symptomen. Gesundheit bedeutet, einen reaktionsfähigen Körper mit starker Selbstheilungskraft zu haben, der sich selber im Gleichgewicht hält, der sich nach einer großen Anspannung wieder entspannen kann, der die verschiedensten Außenreize verarbeiten und sich selber wieder reinigen kann.

Oft reagiert der Körper, wenn wir uns eine Weile überbean-sprucht hatten, wenn wir körperlich, seelisch oder geistig unter Dauerstreß waren, mit einem fieberhaften Infekt.

Viele glauben, Fieber sei die Krankheit an sich und senken es schleunigst mit Zäpfchen. In Wahrheit ist das Fieber aber die Waffe des Körpers: mit der erhöhten Temperatur erreicht er eine schnellere Blutzirkulation und eine Beschleunigung aller Stoffwechselvorgänge. Bakterien und Viren können sich immer nur bei bestimmten Körpertemperaturen vermehren, bei höheren Temperaturen aber werden viele Erreger abgetötet, oder Viren quasi „auf Eis“ gelegt, bis das Immunsystem den passenden Antikörper erstellt hat.

Wer fiebert, fühlt sich meist im ganzen schlapp: es bleibt keine Energie mehr für andere Aktivitäten, der Körper konzentriert sich ganz auf die Wiederherstellung der Gesundheit. Auch seelisch ist Ruhe angesagt: selbst Lesen ist oft schon zu anstrengend, und die Bilderflut des Fernsehens lenkt vom inneren Aufräumen ab. Das ist oft wahre Arbeit. Gerade jetzt wissen wir fürsorgliche menschliche Nähe sehr zu schätzen, denn beim Kranksein fühlen wir unseren inneren Wesenskern.

Mit dem Fieber verbunden ist meist auch eine Reinigung des Organismus, sei es eine Erkältung mit Husten und Schnupfen, seien es Erbrechen und Durchfall.

Der fehlende Appetit soll uns ein Zeichen sein, dass für’ s Verdauen jetzt keine Energie zur Verfügung steht; bestenfalls leichte und vitaminreiche Kost ist ratsam, und natürlich reichliches Trinken.

Selbstverständlich gibt es so manches, was zu beachten ist: ältere und geschwächte Menschen haben Belastungsgrenzen, wo zu hohes Fieber für sie gefährlich werden kann; hier kann man es mit Wadenwickeln senken und dabei gleichzeitig die Entgiftung fördern. Wer mit kleinen Infekten „übt“, kann im Laufe der Jahre seine Art des Fieberns herausfinden und spürt dann deutlich, wenn er einen Infekt gar nicht in den Griff bekommt oder anderweitig Hilfe nötig ist. Wenn Warnzeichen wie Temperatur über 40° C bei kühler Haut, Atemprobleme, Nackensteife oder anhaltende Schmerzen auftreten, ist es höchste Zeit für ärztliche Überwachung und evtl. starke Medikamente, da es sich hier um Entzündungen von lebenswichtigen Organen handeln kann.

Hier soll die Rede von den „einfachen und banalen“ Infekten sein, durch die sich bei Kindern das Immunsystem entfaltet und sich bei Erwachsenen eine neue Ordnung einstellt. Wenn wir diese Infekte auf natürliche Weise, ggf. mit homöopathischen Mitteln, durchstehen, so kommen wir gestärkt aus der Krankheit heraus und gerade dadurch schützen wir uns vor häufigen Rückfällen und ernsteren Erkrankungen. In der Vorgeschichte von z.B. Krebskranken fehlt oft schon seit vielen Jahren Fieber und dies gilt als ein Zeichen von Immunstarre.

Wer aber eine Krankheit schön gründlich „ausgekocht“ hat, der fühlt sich nachher frisch gereinigt und ist erstaunt, wie schnell ihm neue Kräfte wachsen. Besonders bei Kindern kann man deutlich beobachten, dass nun neue Fähigkeiten und Wesenszüge ins Leben treten, dass sie sich regelrecht entfalten. Eine Krankheit aus eigener Kraft durchzustehen erschafft  Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen und neue Gesundheit.